Der Komponist


Im Zentrum meiner musikalischen Arbeit steht das Komponieren. Andere Arbeitsfelder (Pianist, Jazzpianist, Theatermusiker, Autor) gruppieren sich um dieses zentrale Anliegen herum. Ich nenne meine Musik nicht „Neue Musik“ – denn so sehr die „Neue Musik“ sicherlich interessante Türen aufgestoßen hat, hat sich für mich der mit diesem Begriff verbundene Ansatz überlebt.

Ich suche bei meinen Kompositionen in der Tonsprache immer wieder nach individuellen, für meinen Maßstab und mein Gefühl stimmigen Ausdrucksweisen und Kompositionsmodellen. Musik ist Stimmung und Emotion, aber auch Logik, Erzählung und Struktur. Ich als Künstler bin dafür verantwortlich, welche Musik ich erfinde, keine „Schule“ oder „Technik“ kann da vorgeschoben werden.  Vielfältige Musik zu kennen und „können“ (ich habe auch für Filme und Theater komponiert, habe Jazz, orientalische Musik, Klezmer, Unterhaltungsmusik und etliches andere praktiziert, das heißt gespielt, erfunden, arrangiert usw.) halte ich für eine gute Vorausetzung, um die eigene musikalische Sprache anzureichern und vielfältige Assoziationsräume zu entwickeln. Das ist aber nicht alles.  Es geht um emotionale Fantasie,  Erzählungs- und Formkraft und vielleicht auch um möglichst durchgängige Ehrlichkeit und Ernsthaftigkeit darin. Es geht mir um einen dialogischen Ansatz, um die Konsistenz musikalischer Erzählung. Man kann das „viele“ nicht einfach zusammenwürfeln oder -rühren und muss oft das „Eine“, Besondere –  vielleicht das schwer zu findende Einfache – darin suchen.

Ich nehme mir die Zeit, um immer wieder neue und  individuelle tonsprachliche Ansätze für meine Musik zu entwickeln. Nicht so gern einsam, im stillen Kämmerlein, lieber im Dialog und Austausch mit Interpreten und anderen künstlerischen Partnern. Ein Stück, mit dem ich wirklich zufrieden bin, ist mir wichtiger als 10 Stücke, die nicht 100% ausgegoren sind. Komponieren ist für mich immer ein persönliches Abenteuer, wohin der Weg auch führt.